Einfach, weil es so wunderschön tönt!
Beiried = Roastbeef
Eierschwammerl = Pfifferlinge
Erdäpfel = Kartoffeln
Faschiertes = Hackfleisch
Fisolen = Grüne Bohnen
Grammeln = Grieben
Hüferl = Hüfte
Karfiol = Blumenkohl
Kohlsprossen = Rosenkohl
Kren = Meerrettich
Lungenbraten = Filet
Marillen = Aprikosen
Melanzani = Aubergine
Nuß = Kugel
Obers = Sahne
Paradeiser = Tomaten
Powidl = Pflaumenmus
Ribisel = Johannisbeeren
Rostbraten = Hochrippe
Schlögel = Keule
Topfen = Quark
Vogerlsalat = Feldsalat
Weichseln = Sauerkirschen
aus dem Protokoll Nr. 10: Über die Verwendung spezifisch österreichischer Ausdrücke der deutschen Sprache im Rahmen der europäischen Union
Platz den Plätzen
Früher war der
Bundesplatz mit Autos verstellt - ein Parkplatz, eine würdelose Gebrauchsfläche. Dann wurde er umgestaltet, zum schönsten modernen Platz der Schweiz. Ein schlichtes Viereck aus Granitplatten und ein geniales Wasserspiel bilden eine Insel im Verkehr und einen angenehmen Gegensatz zu den staatstragenden Bauten um den Platz herum. Ein Platz für die Menschen, ein Platz der Freude macht, nie langweilig wird und eine aufgeschlossene, intelligente, stilvolle Schweiz repräsentiert.
Aber was passiert, nicht nur mit dem Bundesplatz, sondern mit allen einigermassen grosszügigen,luftigen und unverstellten öffentlichen Räumen? Irgendwelche Verbands-, Partei-, Sport- oder Wirtschaftsfunktionäre meinen, sie müssten uns auf diesen Plätzen mit ihren idiotischen Events beglücken. Heute die Pfadfinder, gestern die Abtreibungsgegner, morgen die Heilsarme. Beachvolley, Langlauf, Fussball. Es nervt. Lasst uns und die Plätze einfach einmal in Ruhe!
Gedopte Sprache: das Syndesmoseband
Sportler dopen. S p o r t r e p o r t e r pumpen ihre Berichte mit Fremdwörtern auf. Hauptsache, es tönt gut. Der Basler Stürmer Petric fällt erneut aus, weil er sich am Syndesmoseband des linken Knöchels verletzte, meldeten Tagi, NZZ und Co. heute. Die Website des FC Basel ist scheinpräziser: Der Basler Angreifer leidet an einer Überdehnung des vorderen Syndesmosebandes am linken Fussknöchel, heisst es dort.
Würde bitte jemand erklären, um was für ein Band es sich handelt? Nein. Also googeln: Syndesmoseband ergibt 3940 Treffer; 3939 stammen von Fussballsites. Das Syndesmoseband scheint der Star unter den Sportverletzungen zu sein, aber eine verständliche Erklärung findet sich in den Ergebnissen nicht. Auch der Wikipedia ist das Syndesmoseband unbekannt.
Mehr Glück hat man mit dem Begriff "Syndesmose". Google zeigt als erstes auf einen Artikel über Bandverletzungen am Sprunggelenk. Darin findet sich das Kapitel 3 "Syndesmosenruptur" mit Erklärung und Zeichnung. So weit dasSchaf versteht, handelt es sich um mehrere Bänder, die Schien- und Wadenbein zusammenhalten. Das Syndesmoseband gibt es offenbar nicht.
Vor zwei Wochen wurde die Chrysalide ins Spiel gebracht. Gespannt warten wir auf den nächsten Beitrag.
Das Leben ist schwierig I
Wer viel isst, lebt kürzer, denn die Verarbeitung übermässiger Nahrung strapaziert den Körper. Jetzt zeigten Wissenschafter: Werden Taufliegen auf Diät gesetzt, leben sie 30 bis 50 Prozent länger als Artgenossen und -genossinnen, die soviel futtern können, wie sie Lust haben.
Schön und gut, essen wir also nur noch das nötigste. Aber aufgepasst: Wenig essen allein genügt nicht. Man muss sich auch den Küchen fernhalten. Nur schon der Duft von Nahrung macht einen Teil des Diäteffekts zunichte. Pech für alle, die kochen. Tröstlich: Wer gern isst, muss nicht befürchten, dass ihm die Aromen noch zusätzlich Lebenszeit abzwacken.
Details: Science (PDF; 227 kb)
Schiesshammel
Für Männer ist das Leben dieser Tag schwierig zu ertragen. Die Strassen versinken unter Neuschnee, die Frauen wollen nur ans Geld, die Klimadiskussion versaut die Freude am Offroader,
und jetzt will man ihnen auch noch ihr bestes Stück wegnehmen.
Die Debatte um die persönliche Waffe erinnert dasSchaf an einen Augenblick, wo es selber ein solches Teil in die Hand nehmen musste. Luftschutz-Rekrutenschule in den 70er-Jahren; Jeanmaire, in Deutschland Jagd auf Terroristen. Die Rekruten haben das Sturmgewehr gefasst und müssen zum ersten Schuss antreten. Da liegen sie also verschwitzt und nervös auf den Matten, das Gewehr geladen, entsichert, auf die Scheiben gerichtet, und warten auf das "Feuer!" des Zugsführers. Der tigert nervös hinter ihrem Rücken und schreit plötzlich: "Wer jetzt blöd tut, kriegt einen Tritt in den Arsch". Das ist zuviel. dasSchaf steht auf, nimmt das Gewehr in den Hüftanschlag, dreht sich zum Leutnant: "Wer sich jetzt nicht entschuldigt, kriegt ein Loch in den Bauch!" Die Zeit steht still, der Leutnant starrt dasSchaf an. "Mach keinen Saich", presst er heraus. dasSchaf wartet. Im Schiestand ist es totenstill. "Okay, Leute, Entschuldigung. Kein Grund zur Aufregung. Wir fangen nochmals an", lenkt er ein. dasSchaf legt sich wieder hin. Die Schiesserei kann losgehen.
Leider verlief die Geschichte nicht ganz so. dasSchaf hat sich damals geduckt und brav geschossen. Ein grosser Schütze ist aus ihm nicht geworden. Nach der RS gab es das Gewehr ab und lebt seither auch ohne ganz gut. Ab und zu kommt die Geschichte wieder hoch, und dasSchaf trauert einer verpassten Gelegenheit nach.
Wenn der Sohn zusehr dem Götti gleicht
Ein Urteil des Bundesgerichts sorgt unter Ehemännern für Unruhe. Müssen sie am besten vorsorglich und in jedem Fall die Vaterschaft medizinisch abklären lassen, um sicher zu sein, dass sie nicht für das Kind eines andern Mannes zahlen müssen?
Vorgeschichte gemäss Zeitungsberichten: Anlässlich der Kommunion des Sohnes im April 2003 fällt den Gästen die starke Ähnlichkeit mit dem Götti auf. Dem vermeintlichen Vater bleibt dies nicht verborgen. (Man muss sich die festliche Situation, das Getuschel, einmal vorstellen!) Ein halbes Jahr später stellt er seine Ex-Frau zur Rede. Sie gibt zu, dass nicht er, sondern eben der Götti der Vater des Sohnes sei. Elf Monate nach dem ersten Verdacht ficht der Mann, der für den Knaben monatlich 1600 Franken Unterhalt zahlt, die Vaterschaft an. Zu spät, wie das Bundesgericht nun entschieden hat.
Die IG Väter empört sich prompt über das Urteil. Sie müsste sich aber wohl eher über die Unbedarftheit der Väter beklagen. Der Mann hat nämlich einfach zu lang zugewartet, bis er die Klage anfocht. Gemäss Zivilgesetzbuch hat der Ehemann die Klage binnen Jahresfrist einzureichen, seitdem er die Geburt und die Tatsache erfahren hat, dass er nicht der Vater ist oder dass ein Dritter der Mutter um die Zeit der Empfängnis beigewohnt hat (zu deutsch: mit ihr Sex hatte). Er muss dies in jedem Fall aber vor Ablauf von fünf Jahren seit der Geburt tun. Nach Ablauf der Frist wird eine Anfechtung zugelassen, wenn die Verspätung mit wichtigen Gründen entschuldigt wird. Das versteht sogar ein Schaf, das keine juristische Ausbildung hat.
Wichtige Gründe für die Verzögerung konnte der Mann keine Vorbringen. Erstens hatte er elf Monate seit dem Verdacht gewartet, bis er klagte. Und zweitens wusste er gemäss den Berichten aus früheren medizinischen Abklärungen, dass es mit der Fortpflanzung Schwierigkeiten geben dürfte.
Fazit: dasSchaf sieht keinen Grund zum Jammern. Wenn ein Mann nicht sicher ist, dass er der Vater eines Kindes ist, muss er diese Sorge sofort zur Sprache bringen und nicht warten, bis die Ehe oder Partnerschaft zerbricht.
Winterreise
Am ersten Frühlingstag um 07.50 Uhr mit dem dem Zug unterwegs nach Bern
Frühlingsanfang
Der Bundesplatz in Bern am Morgen des 21. März 2007: Soviel Schnee hatte es den ganzen Winter nicht. Laut Meteorologen und Lebenserfahrung ist das ja nichts Aussergewöhnliches. Aber dem Schaf reicht's! Da hat man sich doch schon so gefreut ...
L'Angolo Dolce
Es passiert alle halbe Jahre, im ungünstigsten Moment und bei widerlichstem Wetter: der Zug steigt aus. Wer im Pendolino pendelt, weiss, wovon das Schaf redet. Diesmal erwischt es mich im ICE. Er bleibt im Adlertunnel zwischen Basel und Liestal stehen. Das Personal verhält sich vorbildlich und gibt alle fünf Minuten durch, dass es auch nichts weiss. Nach 20 Minuten geht ein Ruck durch den Zug: "Wir rollen jetzt nach Liestal." Dort heisst es: Aussteigen und auf den nächsten Zug nach Bern warten. Was tun mit einer halben Stunde auf dem zugigen Perron 1 inmitten von mürrischen Schafen? Rettung verheisst der "Angolo dolce", die schmale Bar im südlichen Teil des Bahnhofs. Jeder Handgriff des Patrons ist von einem freundlichen Satz begleitet, es duftet herrlich nach café und dolci, im Regal stehen Pannettoni, im kleinen TV an der Decke läuft eine italienische Talkshow, an der Wand hängt ein vergilbtes Bild von einem roten Ferrari auf dem Zielstrich von Monza. Draussen hudelt's und donnern Züge vorbei. Drinnen ist's warm und zischt die Kaffeemaschine. Eine kleine halbe Stunde Italien pur - eigentlich dürfte öfter ein Zug im Adlertunnel stecken bleiben.