Wirken Worte leer?
| Von dasSchaf @ 17:11 | [ Beobachtungen ] |
Schmid verlangte Zurückhaltung, "nicht zu richten, bevor wir wissen, nicht zu verurteilen, bevor wir die Wahrheit kennen, nicht zu drängen, wo Zeit und Raum für Trauer nötig ist". Er versichert, das Unglück werde untersucht und nötigenfalls auch juristisch aufgearbeitet.
Nach der Gedenkfeier die Medienkonferenz der Armee. Gemäss dem Bericht von Radio DRS im "Echo der Zeit" (17.07.2007) steht ein junger Obergefreiter im Zentrum der Aufmerksamkeit. Er war auf der Bergtour dabei und schildert, wie er das Unglück erlebt hatte. Der Kamerad vor ihm sei auf ihn gestürzt und habe ihn umgeworfen. Von einer Lawine habe er nichts bemerkt. Der Entscheid für die Routenwahl sei im offenen Gespräch - "ich möchte fast sagen demokratisch" - gefällt worden. Der Radioreporter bezeichnet die Medienkonferenz als Informationsoffensive. Die Armee sei im Erklärungsnotstand. Bezüglich des Unfallhergangs gebe es keine neuen Erkenntnisse, schreiben die Zeitungen am Tag darauf. Die Untersuchung des Unfallhergangs ist noch im Gang.
Mich ärgerte die Medienkonferenz, ich fand es unverschämt, dass die Armee sich am Tag der Trauerfeier, nach der Rede Schmids und bevor die Untersuchung nur annähernd abgeschlossen ist, derart ins Szene setzt. Als ob die Verantwortung der Armee anders läge, wenn sich herausstellte, dass ein Fehltritt und nicht ein Schneebrett das Unglück auslöste.
Worte wirken leer, das stimmt schon. Aber nicht, weil sie Tote nicht zurück ins Leben zu bringen vermögen. Nicht, weil es nichts mitzuteilen gäbe. Sie wirken leer, wenn geredet wird, wo es nichts zu sagen gibt. Oder wenn um den heissen Brei geredet wird. Oder wenn es ums Recht haben geht und nicht ums Mitteilen.




