Comdays
| Von dasSchaf @ 22:54 | [ Beobachtungen ] |
Drei Beobachtungen:
1. Ich habe die Gross-Blogger Pogue und Bruno Giussani vor den Comdays nicht zur Kenntnis genommen. Es ging mir mit ihren Blogs (Pogue's Posts | lunch over ip) wie mit vielen andern: ein Blöken mehr in der Herde. Jetzt, nachdem ich die beiden in Biel reden gehört habe, lese ich ihre Blogs regelmässig - wenigstens bis auf weiteres. (Es funktioniert auch umgekehrt; man weiss mit Sicherheit, welche Blogs man ignorieren kann, wenn man die Macher einmal live gesehen hat). In meiner Zeitung dagegen lese ich auch Artikel von Autorinnen und Autoren, von denen ich nur das Kürzel kenne.
2. Pogue beschreibt Beispiele von Kesseltreiben. Von keinerlei redaktionellen Prüfinstanzen gehemmt, treiben Blogger tatsächliche oder angebliche Lügner/Lügnerinnen in den Abgrund. Selbst wenn sich die Vorwürfe am Ende als haltlos erweisen, gibt es keine Entschuldigung, sondern man spürt das nächste Opfer auf. Bloggen hat in den USA, so Pogue, eine Tendenz zum Destruktiven.
Giussani schildert die Entstehung und Durchführung von "bondyblog.fr" und "blogandbreakfeast.ch". Blogs eröffnen den klassischen Medien neue Möglichkeiten der Ausbreitung und Vertiefung von Themen, der Interaktion mit Leserinnen und Lesern. Sie geben jenen eine Stimme, die nur wahrgenommen werden, wenn sie Autos anzünden.
Dass es in den USA auch anderes gibt als destruktives Blogging, zeigt Sylvia Egli von Matt: faces of the fallen, ein Projekt der Washington Post , ist eine ergreifende Gedenkseite für in Irak und Afghanistan gefallene Soldaten - ein Art virtuelles Vietnam-Memorial.
3. Die Hebdo-Blogs sind der kreativste Output, den ich von einem Schweizer Zeitungsverlag seit langem gesehen habe. Alle Gratis- und Sonntagszeitungsprodukte sind fad dagegen. Aber selbst solche Highlights haben es schwer, in der grenzenlosen Blogsphäre zur Kenntnis genommen zu werden. Sonst hätte ich ja schon viel früher darauf aufmerksam werden müssen.








