2007-11-22

B-Post: Advent

Von dasSchaf @ 21:41 [ Beobachtungen ]
B-Post: Advent

2007-11-15

Comdays revisited

Von dasSchaf @ 22:08 [ Beobachtungen ]
«Es ist mir nicht ganz klar geworden, worauf du hinaus wolltest», hat mir ein Freund zum Beitrag Comdays gesagt. (Leider hat er keinen Kommentar geschrieben.) Ich erkläre es ihm, und er meint danach: "Warum schreibst du es dann nicht so!» Also dann: Comdays revisited.

Oft, wenn ich im Web etwas suche, finde ich zehntausend Seiten, aber keine Antwort. Ziemlich schnell geb ich's auf und pflichte innerlich jenen bei, die sicher sind, dass sich im Web ohnehin nur ein Haufen Trash findet, was der Mühe nicht Wert ist.

Das stimmt aber so nicht. Es gibt tatsächlich sehr viele Brauchbares, Nützliches, Lustiges etc. Ich bewundere diejenigen, die immer wieder solche Perlen entdecken.

Meine Lage erinnert mich etwas an den Moment, als ich im Migros vor dem Gestell mit Waschmitteln stand und ein Buntwaschmittel kaufen wollte. Ich nahm Packung für Packung in die Hand, las die Angaben und versuchte herauszufinden, welches Produkt jetzt das geeignetste sei. Am Schluss gab ich es auf und wählte jenes, das schon meine Mutter benutzt hatte.

So geht das. Ich brauche eine Empfehlung. Bruno Giussani live als Referent ist eine Empfehlung, während Bruno Giussani als Webfigur nichts weiter ist als eine weitere Webfigur. Ein Hinweis in der NZZ auf eine Website ist eine Empfehlung, während ein Google-Suchergebnis nichts weiter ist als eines von abertausend Suchergebnissen.

Das Web ist ein kaltes Medium (darum funktioniert meiner Erfahrung nach auch Netzkunst nicht); erst, wenn es mit Menschen in Verbindung gebracht werden kann, wird es warm und attraktiv.

Man müsste vielleicht Suchmaschinen so erweitern, dass man nicht nur einen Suchbegriff eingibt, sondern auch Personen und Institutionen, denen man vertraut.

Eine Eingabe würde dann so funktionieren:

Ich suche Informationen über Pinguine, also gebe ich im Suchefeld Pinguine ein. Dann bezeichne ich noch das Netzwerk: Basler Zoo, NZZ, Wikipedia, Spick, New York Times. Als Suchresultat erhalte ich dann nur Seiten zu Pinguinen, die in gewisser, noch zu bestimmender Weise, mit diesem Netzwerk verknüpft sind.Alles, was nicht zu diesem Kreis gehört, wird gar nicht erst angezeigt.

Wie wir reden II

Von dasSchaf @ 21:13 [ Beobachtungen ]
Steuerstreit: Die Schweizer Delegation in den Verhandlungen, pardon: im Dialog, mit einer EU-Delegation zu leiten, ist gewiss keine beneidenswerte Aufgabe. Hoffen wir, dass das Ergebnis der Gespräche besser ausfällt als der Satz, den unser Mann, immerhin ein Botschafter, nach der ersten Runde am Radio von sich gab: «Jede der beiden Parteien hat seine Positionen dargelegt und versucht zu erklären, warum er diese Positionen einnimmt.» (07.00-Uhr-Nachrichten von Radio DRS vom 13. November 2007, in der 08.00-Uhr-Ausgabe war der Satz dann nicht mehr zu hören.)

Wie wir reden I

Radio DRS News

DRS-Dossier Steuerstreit


2007-11-07

Gute Unterhaltung

Von dasSchaf @ 22:13 [ Beobachtungen ]
Reklame geht ja meistens einfach nur auf die Nerven, sei's im Kino, in der Zeitung, an Plakatwänden, in der Mailbox oder im Web. Manchmal verblüffen einem die Werberinnen und Werber aber doch mit einem kleinen, unterhaltsamen Meisterwerk. Bei einer Suche im Archiv der «New York Times» taucht ein Banner auf dem Bildschirm auf, das meine Neugier weckt. Der schmale Streifen zeigt auf gelblichem, liniertem Schulheft-Papier ein paar symbolartige Umrisszeichnungen: eine Weltkugel, Retortengläser, eine Glühlampe, ein Fernglas. Fährt man mit der Maus darüber, wandelt der Streifen sich zu einer altmodischen Wandtafel. Darauf die Umrisszeichnung eines Menschenkopfs und die Aufforderung: "Drag and drop one of the drawings from the left." Auf der Linken findet sich nun das Schulheft-Papier mit den Zeichnungen. Die einzelnen Zeichnungen kann man mit dem Mauszeiger packen und auf die Wandtafel in den Kopf ziehen. Dort nehmen sie Farbe an und ermuntern einem zu einem Klick auf die Homepage des Unternehmens.

Auf einer kleinen Bühne eine kurze Geschichte mit einfachen Mitteln spielerisch inszeniert und augenzwinkernd erzählt - gern hätte ich es vorgeführt, aber leider finde ich das Banner nicht mehr. Die Werbebotschaften wechselnd laufend. Ich habe die Seite mehrmals neu aufgerufen, aber die Anzeige liess sich nicht mehr blicken, dafür erschienen andere. Die kleine Bannerparade zeigte: Die Webwerbung entwickelt sich vom banalen Bilderlink übers bewegte Bild zur Microwebsite. Diese bietet eine simple Navigation und eine vergnügliche Show mit Fotos, Videos, Texten etc. Man sich das anschauen, ohne zu einer andern Website zu wechseln.

2007-11-03

Zeitungen lesen

Von dasSchaf @ 14:40 [ Beobachtungen ]
Ich fahre im Zug zur Arbeit und lese wie üblich die NZZ. Eine Schlagzeile auf der Frontseite oben rechts springt mich an:
Ausländerkriminalität empört die Italiener.
Eine 49jährige Frau ist am Dienstagabend in Rom überfallen und grausam misshandelt worden; sie liegt schwer verletzt im Spital. Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 24jährigen Roma. Er wurde von seiner Tante angezeigt, die mit ihm - so der Bericht - in einem nahe dem Tatort gelegenen, erbärmlichen Barackenlager hauste. Sie beobachtete ihn offenbar, als er sein ohnmächtiges Opfer in einen Graben schleifte. Tags darauf verabschiedet die italienische Regierung Gesetze. Sie erlauben die sofortige Ausweisung von Ausländern, auch Bürgerinnen und Bürger aus den EU-Staaten, wenn diese sich nicht an Recht und Ordnung halten. Walter Veltroni, Römer Bürgermeister und neuer Generalsekretär der Demokratischen Partei, wendet sich gegen Fremdenfeindlichkeit und spricht dennoch laut NZZ von einem «spezifisch rumänischen Problem».

Nach der NZZ nehme ich die WoZ zur Hand. Der grüne Zürcher Nationalrat und Gewerkschafter Daniel Vischer befasst sich mit der SP, der wichtigsten Partnerin der Grünen im politischen Tagesgeschäft. Nach den Wahlen machen Medien und Verlierer eine angebliche Gewerkschaftsnähe für das SP-Wahlergebnis verantwortlich. Das lässt Vischer nicht gelten. Ebensowenig die Behauptung, die 68er-Generation sei für die large Haltung in der Ausländerpolitik verantwortlich und für die Verharmlosung der Jugendgewalt. Die rassistisch angehauchte Rhetorik der SVP und von Bundesrat Blocher lasse den Eindruck entstehen, in der Ausländerpolitik unterscheide sich die SVP von den übrigen Parteien, schreibt Vischer und warnt:
Dies könnte in der Essenz trügerisch sein.

Ein junger Mann aus einem Römer Slum rastet aus, überfällt eine Frau und quält sie aufs Abscheulichste. Seine Tante beobachtet ihn und meldet ihn der Polizei. Er wird verhaftet. Sie macht das, was wir von einem Mitglied unserer Gesellschaft erwarten. Der Täter kann vor Gericht gestellt, verurteilt und bestraft werden. Ausländerkriminalität?

2007-11-02

Wie wir reden I

Von dasSchaf @ 16:58 [ Beobachtungen ]
«Sobald wir eine Information haben, werden wir Sie weiter informieren.» - Hinweis aus dem Lautsprecher an die Fahrgäste im verspäteten SBB-Zug von Olten nach Bern.

2007-11-01

B-Post: Route 66

Von dasSchaf @ 22:47 [ Beobachtungen ]
B-Post: Route 66